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Was die neuen Wirtsleute in der «Moosersagi» verändert haben – und weiter planen

von Flurina Dünki – az Aargauer Zeitung – 13.2.2019 

Seit einem halben Jahren führen die Wirtsleute Heidi Mosimann und Oskar Urech das Traditionslokal Moosersagi. Die Wiliberger haben sie schnell ins Herz geschlossen.

Wer ein grosszügiges Wirtshaus mit mehreren Gaststuben und Gästezimmern übernimmt, um «im Alter etwas kürzerzutreten», der muss zuvor seinen eigenen Vergnügungspark geführt haben. Dies trifft auf den neuen «Moosersagi»-Wirt Oskar Urech auch ziemlich genau zu.

Der Erlebnisbauernhof mit Maisfeld-Labyrinth, den der 60-jährige Landwirt bis voriges Jahr mit Partnerin Heidi Mosimann (57) führte, war weitherum bekannt. 1986 als traditionellen Milchkuh-Hof von seinem Vater übernommen, fügte Urech mehrere Unterbetriebe hinzu: erst den Hofladen, dann das Labyrinth, dann das Bäsebeizli. Alles mit Erfolg – der Haldenhof wurde zum Ausflugsziel.

Stammgäste sind geblieben

Dieses Reich hat das Paar verlassen, um ganz zuhinterst im Uerkental das Wiliberger Restaurant Moosersagi zu übernehmen. Ein gutes halbes Jahr sind sie nun hier, buchstäblich einen Schritt von der Luzerner Grenze entfernt. «Ich wollte mich nur noch auf ein Standbein konzentrieren und wusste: das ist das Restaurant», sagt der neue Wirt. Kochen und Backen haben es ihm angetan, seit die beiden damals in Hallwil die Besenbeiz eröffnet haben.

«Diese Zöpfli», sagt Heidi Mosimann und zeigt die Zopf-Sandwiches, die im Körbli auf dem Tisch liegen, «kommen aus Oskars Backstube.» Und nicht nur beim Brot hat das Wirtepaar hohe Ansprüche: «Was wir können, beziehen wir direkt von Bauern und Produzenten aus der Region und alle Gerichte werden frisch zubereitet», sagt Urech. Die Qualität ihrer Küche hat wohl dazu beigetragen, dass die Wiliberger das neue Wirtepaar schnell ins Herz geschlossen haben. «Die Stammgäste unserer Vorgänger sind uns treu geblieben, darüber sind wir sehr froh», sagt Urech.

Neu das «Sagiwärch»

Urech stellte sich einen Gasthof in ländlicher Umgebung vor. Als das Paar bei einem Ausflug auf der Gartenterrasse der «Moosersagi», die er aus jungen Jahren kannte, Zvieri ass, waren sie sich einig: Genau so müsste ihr Restaurant sein. Nur wenige Monate später sah Urech die Verkaufsanzeige im Internet – und griff sofort zum Telefon. Seit der Übernahme letzten Sommer hat sich einiges im Gebäude verändert. Die Wand zwischen Restaurant und Saal liessen sie rausreissen und machten aus der vorderen Saalhälfte ihr «Sagiwärch» – eine Nichtraucher-Gaststube. Die ursprüngliche Gaststube, wo die Zigarre erlaubt ist, und das Chämistübli existieren weiterhin.

Weitere Umbauten geplant

Noch ist aber nicht fertig umgebaut. Nachdem Urech und Mosimann dem Restaurantbereich ein neues Gesicht verpasst haben, möchten sie dies auch mit dem Aussenbereich und den oberen Stockwerken machen. Die Holzstehlen auf dem Kinderspielplatz signalisieren, dass hier im Sommer ein Kletterturm stehen soll. Über den Gaststuben sind fünf Gästezimmer geplant. Die Route, an der die «Moosersagi» liegt, ist bei Velo- und wegen ihrer engen Kurven vor allem bei Töfffahrern beliebt – sie sollen ab der nächsten Saison im idyllischen Wiliberg auch nächtigen können. Und schliesslich muss die Wohnung der Wirte selbst renoviert werden. Noch wohnen sie im Reidermoos, wollen aber bald – wie es sich für ein Wirtepaar eines Gasthofs von anno 1873 gehört – über dem Restaurant leben.

Die gutbürgerliche Küche ihrer Vorgänger Annette und Kurt Steffen bestimmt auch beim neuen Wirtepaar die Speisekarte: Bratwurst mit Rösti, Schnitzel mit Pommes frites, Entrecôte und Kotelett werden unter anderem aufgetischt. «Gegen Sommer hin möchten wir den Buurezmorge einführen», sagt Urech, «mit Müesli, Rösti und Zopf, dem ganzen Programm!»

Den Erlebnisgastronomen kann man dem Hallwiler nicht so einfach austreiben. Das beweist auch das nächste Highlight, das bereits auf der Tafel neben dem Eingang angekündigt ist: eine Käse-Woche vom 19. bis 24. Februar.

Bild: Claudio Thoma, AZ